Unternehmensbewertung verstehen
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12. Januar 2025
Unternehmensbewertung

Unternehmensbewertung verstehen

Zunächst eine wichtige Unterscheidung: Der berechnete Unternehmenswert ist nicht automatisch der Verkaufspreis.

Der Unterschied zwischen Wert und Preis

Zunächst eine wichtige Unterscheidung: Der berechnete Unternehmenswert ist nicht automatisch der Verkaufspreis. Der Wert ist eine theoretische Größe, die auf verschiedenen Bewertungsmethoden basiert. Der Preis hingegen ergibt sich aus Verhandlungen und wird vom Markt bestimmt – also davon, was ein Käufer bereit ist zu zahlen.

Die gängigsten Bewertungsmethoden

Das Ertragswertverfahren betrachtet die zukünftigen Gewinne Ihres Unternehmens und diskontiert diese auf den heutigen Tag. Es fragt: Welchen finanziellen Nutzen wird das Unternehmen seinem Eigentümer in Zukunft bringen?
Die Multiplikatormethode (EBITDA-Multiple) ist besonders im Mittelstand verbreitet. Hier wird das bereinigte Betriebsergebnis mit einem branchenüblichen Faktor multipliziert. Ein EBITDA von 500.000 Euro und ein Multiplikator von 5 ergäben einen Unternehmenswert von 2,5 Millionen Euro.
Das Substanzwertverfahren addiert den Wert aller Vermögensgegenstände und zieht Schulden ab. Diese Methode spielt vor allem bei asset-intensiven Unternehmen eine Rolle, unterschätzt aber oft immaterielle Werte.

Faktoren, die den Wert beeinflussen

Wachstumspotenzial ist Gold wert. Ein Unternehmen mit skalierbarem Geschäftsmodell und Wachstumsperspektiven erzielt höhere Multiplikatoren als ein stagnierendes Business.
Diversifizierung mindert Risiken. Unternehmen mit breiter Kundenbasis, mehreren Produktlinien und verschiedenen Vertriebskanälen sind wertvoller als solche, die von einem Großkunden abhängen.
Die Qualität des Managements spielt eine entscheidende Rolle. Kann das Unternehmen ohne Sie als Inhaber funktionieren? Gibt es kompetente Führungskräfte? Ein gut geführtes, vom Inhaber unabhängiges Unternehmen ist deutlich mehr wert.
Auch immaterielle Werte zählen: Markenbekanntheit, Kundenloyalität, Patente, einzigartige Prozesse oder eine starke Marktposition können den Wert erheblich steigern.

Häufige Bewertungsfehler vermeiden

Viele Unternehmer überschätzen den Wert ihres Lebenswerks aus emotionaler Verbundenheit. Andere unterschätzen ihn, weil sie versteckte Werte nicht erkennen. Beide Extreme sind problematisch.
Ein weiterer Fehler: Die Bewertung als einmalige Momentaufnahme zu sehen. Professionelle Verkäufer beginnen Jahre vor dem geplanten Verkauf mit der Wertsteigerung – durch Prozessoptimierung, Kundendiversifizierung oder Margenverbesserung.

Der Markt hat das letzte Wort

Letztendlich bestimmt der Markt den Preis. In einem kompetitiven Bieterprozess mit mehreren interessierten Käufern können Sie oft mehr erzielen als der berechnete Wert. Bei nur einem Interessenten haben Sie weniger Verhandlungsmacht.
Eine professionelle Bewertung gibt Ihnen Orientierung und Verhandlungssicherheit. Sie müssen nicht jeden angebotenen Preis akzeptieren, aber Sie sollten wissen, was realistisch ist. Wenn Sie Ihren Unternehmenswert aktiv steigern möchten, finden Sie in unserem Artikel Unternehmenswert steigern: 12 Hebel konkrete Maßnahmen.

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