Unternehmensbewertung:
Was ist Ihr Unternehmen wert?
Alles Wichtige zur Bewertung Ihres Unternehmens an einem Ort — von den Methoden über die Werthebel bis zu den Besonderheiten Ihrer Branche.
Die Unternehmensbewertung ermittelt, was ein Unternehmen wirtschaftlich wert ist. Im Mittelstand ist die Multiplikatormethode am verbreitetsten: Das bereinigte Betriebsergebnis (EBITDA) wird mit einem branchenüblichen Faktor multipliziert. Wichtig zu wissen: Der berechnete Wert ist eine Orientierung — den tatsächlichen Preis bestimmt am Ende der Markt, also das, was Käufer zu zahlen bereit sind.
Wie wird ein Unternehmen bewertet?
Die Grundlagen: Methoden verstehen, typische Fehler vermeiden — und die Bewertung Schritt für Schritt selbst durchrechnen.
Unternehmensbewertung verstehen
Unternehmensbewertung einfach erklärt: welche Methoden es gibt, wie das EBITDA-Multiple funktioniert und warum Wert und Kaufpreis zwei verschiedene Zahlen sind.
Artikel lesenUnternehmensbewertung selbst machen: Unternehmenswert berechnen in 4 Schritten
Unternehmensbewertung selbst machen: Unternehmenswert in 4 Schritten berechnen – mit Formel, Branchen-Multiples, Rechenbeispiel und typischen Fehlern.
Artikel lesenWie steigern Sie Ihren Unternehmenswert?
Der Wert entsteht nicht am Tag des Verkaufs, sondern in den Jahren davor. Diese Hebel bewegen ihn wirklich.
Was ist Ihr Unternehmen in Ihrer Branche wert?
Jede Branche hat eigene Multiplikatoren, Käufergruppen und Werthebel. Finden Sie den Ratgeber für Ihr Geschäft.
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Unternehmensbewertung im Detail
Die drei Bewertungsverfahren im Detailvergleich
Tabelle seitlich wischbar →
| Verfahren | Grundidee | Vorteil | Grenze |
|---|---|---|---|
| Multiplikatorverfahren | Bereinigtes EBITDA × Branchenfaktor | Marktnah, schnell, verhandelbar | Steht und fällt mit der Bereinigung |
| Ertragswertverfahren | Künftige Erträge abgezinst (DCF-Logik) | Bildet die Zukunft detailliert ab | Reagiert stark auf Annahmen |
| Substanzwertverfahren | Vermögenswerte minus Schulden | Einfach nachvollziehbar, guter Prüfwert | Ignoriert Ertragskraft — meist nur Untergrenze |
Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt
- EBITDA: Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen — die gängigste Vergleichsgröße zwischen Unternehmen unterschiedlicher Finanzierung und Investitionszyklen.
- EBIT: EBITDA abzüglich Abschreibungen — der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern.
- Bereinigtes EBITDA (Adjusted EBITDA): Das EBITDA nach Korrektur um Unternehmerlohn, Privatkosten und Einmaleffekte — die Basis jeder seriösen Multiplikatorbewertung.
- Multiple: Der branchenübliche Faktor, mit dem das bereinigte EBITDA multipliziert wird.
- Enterprise Value vs. Equity Value: Der Unternehmenswert des operativen Geschäfts (Enterprise Value) ist nicht der Betrag, der bei Ihnen ankommt (Equity Value) — dazwischen liegt die Equity Bridge.
Unternehmensbewertung bei Verlusten oder in der Krise
Wert ist nicht Preis — und warum das für Sie zählt
Häufige Fragen zur Unternehmensbewertung
Im Mittelstand hat sich die Multiplikatormethode durchgesetzt: bereinigtes EBITDA mal branchenüblicher Faktor. Sie ist marktnah, nachvollziehbar und entspricht dem, womit auch Käufer rechnen. Laut DUB KMU-Multiples liegen die Faktoren für kleinere Unternehmen je nach Branche meist grob zwischen 3 und 8 — Software und Medizintechnik am oberen Ende, kapitalintensive Branchen eher darunter. Das Ertragswertverfahren spielt vor allem bei steuerlichen und gerichtlichen Anlässen eine Rolle, der Substanzwert dient als Untergrenze. Wichtiger als die Wahl des Verfahrens ist die Basis: Ein sauber bereinigtes EBITDA — korrigiert um Unternehmerlohn, Einmaleffekte und private Kosten — entscheidet mehr über die Aussagekraft als die Methode selbst. Wie die Verfahren im Detail funktionieren und wann welches passt, erklärt unser Artikel Unternehmensbewertung verstehen.
Nein, das sind drei verschiedene Größen — und die Unterschiede können erheblich sein. Der Unternehmenswert ist eine berechnete Orientierung auf Basis von Bewertungsverfahren. Der Kaufpreis entsteht in der Verhandlung: Mit mehreren qualifizierten Interessenten liegt er oft über dem berechneten Wert, mit nur einem meist darunter. Und Ihr tatsächlicher Erlös ist noch einmal eine andere Zahl: Vom Kaufpreis gehen Finanzverbindlichkeiten, Transaktionskosten und Steuern ab — so kann aus einem Kaufpreis von 10 Mio. € am Ende spürbar weniger auf dem Konto ankommen. Diese Brücke erklärt der Artikel Equity Bridge: Warum Unternehmenswert und Kaufpreis zwei Zahlen sind; die steuerliche Gestaltung klären Sie am besten früh mit Ihrem Steuerberater. Wie Käufer den Preis drücken — und wie Sie das verhindern — zeigt Die 10 teuersten Fehler beim Unternehmensverkauf.
Neben der reinen Ertragskraft vor allem die Inhaberabhängigkeit: Ein Unternehmen, das nachweislich ohne seinen Inhaber funktioniert, erzielt deutlich höhere Multiplikatoren — weil der Käufer weniger Übergaberisiko einpreist. Dazu kommen Kundenkonzentration (kein Käufer mag Betriebe, die an zwei Großkunden hängen), Planbarkeit der Erträge durch wiederkehrende Umsätze, die Qualität von Zahlen und Prozessen sowie der Stand von Systemen und Digitalisierung. Käufer prüfen diese Faktoren strukturiert — wir arbeiten dafür mit sechs Dimensionen, von Ertragskraft & Finanzen bis Verkaufsbereitschaft & Käuferattraktivität. Innerhalb einer DUB-Branchenspanne entscheiden genau diese Hebel, ob Sie am unteren oder oberen Ende landen; bei einem EBITDA von 500.000 € liegt zwischen beiden Enden schnell mehr als eine Million Euro. Konkrete Maßnahmen finden Sie in Unternehmenswert steigern: 12 Hebel.
Ja — für eine erste Indikation reicht die Multiplikatormethode, die Sie mit unserem kostenlosen Unternehmenswertrechner in wenigen Minuten durchrechnen: Er kombiniert die DUB-Branchenmultiplikatoren Ihrer Umsatz-Größenklasse mit qualitativen Werthebeln wie Inhaberabhängigkeit und Kundenstruktur. Wichtigster Stellhebel beim Selbstrechnen ist das bereinigte EBITDA: Kalkulatorischer Unternehmerlohn, Einmaleffekte und private Kosten müssen korrigiert werden, sonst ist das Ergebnis systematisch verzerrt — der Rechner enthält dafür einen Bereinigungshelfer auf GuV-Basis. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Beispielrechnung und der vollständigen Multiplikator-Tabelle finden Sie in Unternehmensbewertung selbst machen. Für Verhandlungen brauchen Sie später eine fundierte Bewertung mit sauber belegten Zahlen — die eigene Rechnung ist aber genau der richtige Start.
Deutlich vor dem geplanten Verkauf — idealerweise zwei bis drei Jahre. Dann bleibt Zeit, die größten Werthebel noch zu nutzen, statt den Status quo nur zu dokumentieren. Es gibt aber auch gute Anlässe jenseits des Verkaufs: ein anstehender Gesellschafterwechsel, die Nachfolgeplanung in der Familie, Finanzierungsgespräche — oder schlicht der Wunsch, die eigene Altersvorsorge realistisch zu planen. Für viele Inhaber ist das Unternehmen der mit Abstand größte Vermögenswert, dessen Wert sie nie berechnet haben. Eine Bewertung verpflichtet zu nichts; sie schafft Klarheit für Ihre Entscheidungen und zeigt, welche Stellschrauben den Wert bis zu einem möglichen Verkauf noch bewegen. Den passenden Moment für den Verkauf selbst beleuchtet Der richtige Zeitpunkt für den Unternehmensverkauf.
Das Ertragswertverfahren zinst künftige Erträge auf den heutigen Tag ab (DCF-Logik) und ist methodisch aufwendiger — Standard bei größeren Transaktionen sowie gerichtlichen und steuerlichen Anlässen. Das Multiplikatorverfahren multipliziert das bereinigte EBITDA mit einem branchenüblichen Faktor und ist im Mittelstand die gängige Praxis, weil es näher an dem liegt, was Käufer tatsächlich zahlen. Beide Verfahren führen bei sauberer Anwendung in eine ähnliche Richtung — das Multiplikatorverfahren ist aber transparenter und leichter zu plausibilisieren, weil sich jeder Faktor gegen veröffentlichte Marktdaten wie die DUB KMU-Multiples prüfen lässt. Eine Sonderrolle spielt das modifizierte Ertragswertverfahren, das den kalkulatorischen Unternehmerlohn berücksichtigt: Es ist vor allem bei Kanzleien und Praxen verbreitet, wo die Person des Inhabers besonders stark ins Ergebnis eingeht.
Die Multiplikatormethode funktioniert hier nicht direkt, da sie ein positives, nachhaltiges EBITDA voraussetzt. Käufer stellen dann drei Fragen: Ist die Krise vorübergehend oder strukturell? Was ist der Substanzwert als Untergrenze? Und gibt es einen glaubwürdigen Turnaround-Plan? Bewertet werden in solchen Fällen oft normalisierte Vorjahresergebnisse — also die Ertragskraft, die das Unternehmen vor der Sonderphase hatte. Zusätzlich sichern sich Käufer häufig über variable Kaufpreisbestandteile ab: Ein Teil des Preises wird als Earn-out an die tatsächliche Erholung geknüpft. Wichtig zu wissen: Auch ein angeschlagenes Unternehmen ist selten wertlos — aber die Bewertung braucht hier Einzelfallanalyse statt Faustformel, und der Verkauf braucht mehr Vorbereitung, damit die Geschichte hinter den Zahlen für Käufer nachvollziehbar wird.
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