M&A-Berater auswählen: 8 Kriterien
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20. Januar 2025
Verkaufsvorbereitung & Unternehmensoptimierung

M&A-Berater auswählen: 8 Kriterien

„Kann ich nicht selbst verkaufen?" Diese Frage ist berechtigt. Theoretisch ja – praktisch selten empfehlenswert.

Warum überhaupt ein Berater?

„Kann ich nicht selbst verkaufen?" Diese Frage ist berechtigt. Theoretisch ja – praktisch selten empfehlenswert. Der Verkauf eines Unternehmens ist hochkomplex und findet meist einmal im Leben statt. Sie treten gegen erfahrene Käufer oder deren Berater an, die Dutzende Transaktionen durchgeführt haben.
Ein M&A-Berater bringt Expertise, Erfahrung, Marktkenntnisse, ein Netzwerk und vor allem: emotionale Distanz. Er verhandelt hart, während Sie sich auf Ihr Tagesgeschäft konzentrieren können. Die Investition in einen guten Berater zahlt sich fast immer mehrfach aus – und hilft Ihnen, die 10 teuersten Fehler beim Unternehmensverkauf zu vermeiden.

Kriterium 1: Spezialisierung und Branchenkenntnisse

Nicht jeder M&A-Berater passt zu jedem Unternehmen. Fragen Sie: Hat der Berater Erfahrung in Ihrer Branche? Kennt er die spezifischen Herausforderungen Ihres Geschäftsmodells?
Ein Berater, der regelmäßig Produktionsunternehmen verkauft, versteht die Bewertung von Maschinen, Lagerbeständen und Fertigungstiefe. Ein auf Dienstleistungen spezialisierter Berater kennt die Bedeutung von Kundenbindung und Mitarbeiter-Know-how.
Auch die Unternehmensgröße spielt eine Rolle. Ein Berater, der hauptsächlich große Konzerndeals begleitet, ist möglicherweise überqualifiziert und zu teuer für Ihr mittelständisches Unternehmen. Suchen Sie jemanden, der regelmäßig Unternehmen Ihrer Größenordnung verkauft.

Kriterium 2: Nachweisbare Erfolgsbilanz

Lassen Sie sich konkrete Referenzen geben. Nicht nur Namen, sondern Details: Welche Unternehmen wurden verkauft? In welcher Branche? Zu welchem Preis-EBITDA-Multiple? Wie lange dauerte der Prozess?
Seriöse Berater können Ihnen – unter Wahrung der Vertraulichkeit – anonymisierte Fallbeispiele zeigen. Fragen Sie auch nach gescheiterten Transaktionen. Niemand hat eine 100-Prozent-Erfolgsquote. Entscheidend ist, was der Berater daraus gelernt hat.
Prüfen Sie, ob Sie mit ehemaligen Mandanten sprechen können. Deren Feedback ist Gold wert: War der Berater zuverlässig? Kommunikativ? Hat er gehalten, was er versprochen hat?

Kriterium 3: Persönliche Chemie

Sie werden Monate intensiv mit diesem Menschen zusammenarbeiten. Er wird intime Details Ihres Unternehmens und Ihrer persönlichen Finanzen kennen. Vertrauen ist essentiell.
Fühlen Sie sich wohl im Gespräch? Nimmt der Berater sich Zeit? Hört er zu oder redet er nur? Vermittelt er Kompetenz, ohne arrogant zu wirken?
Die beste Expertise nutzt nichts, wenn die Chemie nicht stimmt. Ihr Bauchgefühl ist ein wichtiger Indikator.

Kriterium 4: Netzwerk und Käuferzugang

Ein guter M&A-Berater hat ein umfangreiches Netzwerk potenzieller Käufer: strategische Investoren, Wettbewerber, Finanzinvestoren, vermögende Privatpersonen. Dieses Netzwerk ist oft der entscheidende Wert.
Fragen Sie konkret: Wie würden Sie Käufer für mein Unternehmen identifizieren? Haben Sie bereits Kontakte in meiner Branche? Wie groß ist Ihre Käuferdatenbank?
Auch Kooperationen mit anderen Beratungshäusern (z.B. international) können wertvoll sein, falls Ihr Unternehmen für ausländische Investoren interessant ist. Denn letztlich geht es darum, den richtigen Käufer zu finden – nicht nur den, der am meisten zahlt.

Kriterium 5: Transparentes Honorarmodell

M&A-Berater werden üblicherweise durch eine Kombination aus Retainer (monatliches Honorar) und Erfolgshonorar (Prozentsatz vom Verkaufspreis) vergütet.
Typische Modelle:
  • Reines Erfolgshonorar (3-10 Prozent des Verkaufspreises, abhängig von der Unternehmensgröße)
  • Retainer plus Erfolgshonorar (z.B. 5.000 Euro/Monat plus 2-5 Prozent)
  • Festpreis für definierte Leistungen
Wichtig: Das Honorarmodell sollte die Interessen des Beraters mit Ihren Zielen in Einklang bringen. Ein reines Erfolgshonorar motiviert den Berater, den höchstmöglichen Preis zu erzielen. Aber es kann auch dazu führen, dass er schnell verkaufen will, statt den optimalen Käufer zu finden.
Lassen Sie sich alle Kosten transparent darlegen – auch Nebenkosten für Gutachten, Exposé-Erstellung, Reisen etc.

Kriterium 6: Ressourcen und Team

Ist der Berater ein Einzelkämpfer oder hat er ein Team? Bei größeren Transaktionen braucht es oft mehrere Spezialisten: für Bewertung, Vermarktung, Vertragsverhandlung, Projektmanagement.
Fragen Sie: Wer wird konkret an meinem Projekt arbeiten? Lernen Sie auch diese Personen kennen. Oft verkauft der erfahrene Senior-Partner, aber die Arbeit macht ein unerfahrener Junior.
Klären Sie auch die Verfügbarkeit: Kann sich der Berater wirklich um Ihr Projekt kümmern oder ist er mit anderen Mandaten ausgelastet?

Kriterium 7: Prozess und Methodik

Ein strukturierter Verkaufsprozess ist entscheidend. Lassen Sie sich die Methodik erklären: Wie läuft ein typisches Mandat ab? Welche Meilensteine gibt es? Wie werden Käufer angesprochen? Wie werden Verhandlungen geführt?
Gute Berater haben einen bewährten Prozess, den sie an Ihre spezifische Situation anpassen. Sie können Ihnen einen klaren Projektplan präsentieren.
Fragen Sie auch nach Tools und Technologie: Nutzt der Berater professionelle Software für Unternehmensbewertung, Datenräume, Käuferdatenbanken?
Kriterium 8: Regionale Präsenz vs. überregionale Reichweite
Soll Ihr Berater vor Ort sein oder ist nationale/internationale Reichweite wichtiger? Ein lokaler Berater kennt den regionalen Markt, hat Kontakte vor Ort, kann schnell bei Ihnen sein.
Ein überregional tätiger Berater hat Zugang zu einem breiteren Käuferkreis, was besonders bei spezialisierten oder größeren Unternehmen relevant ist.
Oft ist eine Kombination ideal: Ein Berater mit regionaler Verankerung, aber überregionalen Kooperationen.

Vergleichen Sie – aber entscheiden Sie sich dann

Sprechen Sie mit 3 bis 5 Beratern, bevor Sie sich entscheiden. Vergleichen Sie Kompetenz, Ansatz, Honorar und Chemie. Holen Sie Referenzen ein, prüfen Sie Erfolgsnachweise.
Aber vermeiden Sie endlose Sucherei. Irgendwann müssen Sie sich entscheiden und dem gewählten Berater Ihr Vertrauen schenken. Eine gute Zusammenarbeit basiert auf Vertrauen, Offenheit und dem gemeinsamen Ziel eines erfolgreichen Verkaufs.

Fazit: Der richtige Berater ist entscheidend

Der M&A-Berater ist Ihr Partner, Ihr Verhandlungsführer, Ihr Projektmanager und oft auch Ihr emotionaler Anker im Verkaufsprozess. Die Wahl sollte wohlüberlegt sein – aber nicht zur Lähmung führen.
Mit den richtigen Fragen, klaren Kriterien und einer guten Portion Menschenkenntnis finden Sie den Berater, der zu Ihnen und Ihrem Unternehmen passt. Dann steht einem erfolgreichen Verkauf nichts mehr im Wege.

Bereit für den nächsten Schritt?

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