Was kostet ein M&A-Berater? Honorar, Provision, Erfolgsbeteiligung
Erfolgsprovision, Retainer, Pauschalen: Wir machen die Vergütungsmodelle transparent, die Ihnen im Markt begegnen werden — inklusive der Warnsignale.
Die kurze Antwort
Ein M&A-Berater wird üblicherweise über zwei Bausteine bezahlt: eine Erfolgsprovision von grob 3 bis 7 Prozent des Kaufpreises, bei sehr kleinen Transaktionen bis zu 10 Prozent. Dazu kommt häufig eine monatliche Pauschale, der Retainer, von etwa 1.000 bis 10.000 Euro — sie wird bei Erfolg ganz oder teilweise mit der Provision verrechnet. Fair ist ein Modell, das den Schwerpunkt klar auf den Erfolg legt; unseriös sind hohe Vorabkosten ohne konkrete Gegenleistung.
Was ein M&A-Berater kostet, gehört zu den ersten Fragen jedes Inhabers, der über einen Verkauf nachdenkt — und zu den am seltensten klar beantworteten. Viele Berater nennen ihre Konditionen erst im Gespräch, und die Modelle unterscheiden sich erheblich.
Dieser Beitrag macht die Kosten einer M&A-Beratung transparent: Was ist marktüblich, wie hängen die Bausteine zusammen — und woran erkennen Sie ein faires Modell?
Vorweg: Wir sind selbst M&A-Berater. Genau deshalb legen wir Wert darauf, dass Sie die Logik hinter den Honoraren verstehen, bevor Sie irgendeinen Vertrag unterschreiben — unseren oder einen anderen.
Die drei Bausteine der M&A-Vergütung
Fast alle Vergütungsmodelle im Mittelstand setzen sich aus bis zu drei Bausteinen zusammen:
Erfolgsprovision: ein Prozentsatz des Kaufpreises, fällig nur bei erfolgreichem Abschluss
Retainer: eine monatliche Pauschale während des Mandats, oft mit der Provision verrechnet
Einmalige Pauschalen: etwa für die Erstellung der Unternehmensbewertung
Die Mischung dieser Bausteine sagt viel über den Berater aus — dazu unten mehr.
Die Erfolgsprovision: Der größte Baustein
Kern fast jeder M&A-Vergütung ist die Erfolgsprovision. Im kleineren Mittelstand sind grob 3 bis 7 Prozent des Kaufpreises üblich, bei sehr kleinen Transaktionen können es auch bis zu 10 Prozent sein — je kleiner die Transaktion, desto höher tendenziell der Prozentsatz, weil der Arbeitsaufwand nicht proportional mit der Unternehmensgröße sinkt.
Das einfachste Modell ist eine Flat Fee: ein fester Prozentsatz auf den gesamten Kaufpreis. Verbreitet sind außerdem gestaffelte Modelle nach dem Vorbild der sogenannten Lehman-Formel: ein höherer Prozentsatz auf die erste Million des Kaufpreises, absteigende Sätze auf die weiteren. Manche Berater drehen die Staffel bewusst um und vereinbaren steigende Sätze oberhalb eines Zielpreises — das setzt einen echten Anreiz, nicht beim erstbesten Angebot abzuschließen.
bis zum Zielpreis: 4 Prozentüber dem Zielpreis: 7 Prozent
Der Berater verdient am meisten an dem Teil des Kaufpreises, der über das verhandelte Ziel hinausgeht — sein Anreiz und Ihrer zeigen in dieselbe Richtung.
Beispielsätze zur Illustration — das konkrete Modell ist Verhandlungssache. Die Logik gilt über alle Größenklassen: Je größer die Transaktion, desto niedriger der effektive Satz.
Dazu kommt fast immer ein Mindesthonorar. Es schützt den Berater bei sehr kleinen Transaktionen davor, unter seinen Kosten zu arbeiten — und ist für Sie ein wichtiger Punkt, um früh zu klären, ob Ihre Unternehmensgröße zum Berater passt. Mehr dazu in Ab welcher Größe lohnt sich ein M&A-Berater?.
Der Retainer: Warum seriöse Berater eine Pauschale nehmen
Viele Inhaber wünschen sich Berater, die rein auf Erfolgsbasis arbeiten. Das klingt fair — hat aber eine Kehrseite, die man verstehen sollte.
Ein Verkaufsprozess bedeutet für den Berater viele Monate Arbeit vor dem ersten Euro: Unterlagen, Bewertung, Käuferansprache, Gespräche. Arbeitet er komplett auf Risiko, muss er viele Mandate parallel führen und wird seine Energie dort einsetzen, wo der schnellste Abschluss winkt — nicht unbedingt der beste.
Ein moderater Retainer stellt sicher, dass Ihr Mandat mit Priorität bearbeitet wird. Wie hoch er ausfällt, hängt stark davon ab, wie aufwendig Ihr Fall ist: Üblich sind etwa 1.000 bis 10.000 Euro monatlich, im Einzelfall liegt er darunter oder deutlich darüber. Manche Berater rechnen das Basishonorar stattdessen einmalig ab — auch dann richtet sich die Höhe nach dem einzelnen Fall. Üblich und fair: Der Retainer wird bei Erfolg ganz oder teilweise mit der Provision verrechnet.
Wichtig ist das Verhältnis: Der Schwerpunkt der Vergütung muss auf dem Erfolg liegen. Ein Modell, das überwiegend von monatlichen Zahlungen lebt, setzt die falschen Anreize.
Pauschalen für Bewertung und Unterlagen
Manche Berater rechnen die Anfangsphase — Unternehmensbewertung, Exposé beziehungsweise Information Memorandum, Datenaufbereitung — als einmalige Pauschale ab. Das ist legitim, denn diese Arbeit entsteht unabhängig davon, ob später verkauft wird.
Woran Sie ein faires Modell erkennen
Unabhängig vom konkreten Preis: An diesen Merkmalen erkennen Sie eine faire Vereinbarung:
Der Schwerpunkt liegt klar auf der Erfolgsprovision — der Berater verdient, wenn Sie verdienen
Retainer und Pauschalen sind moderat und werden bei Erfolg verrechnet
Die Staffelung belohnt einen höheren Kaufpreis, nicht den schnellsten Abschluss
Alle Kosten stehen transparent im Vertrag — keine „Datenbankgebühren“ oder versteckten Nebenkosten
Die Laufzeit ist begrenzt und kündbar — das gilt auch für die Exklusivität, also die übliche Zusage, während des Mandats keinen zweiten Berater zu beauftragen
Es gibt keine Vorauszahlung von fünfstelligen Beträgen vor der ersten Leistung
Warnsignale sind das Gegenteil: hohe Vorabkosten ohne konkrete Gegenleistung, unkündbare Langzeitverträge oder Druck, sofort zu unterschreiben. Wie Sie den passenden Berater grundsätzlich prüfen, zeigt M&A-Berater auswählen: 8 Kriterien.
Lohnt sich ein M&A-Berater überhaupt?
Die ehrliche Rechnung: Ein Berater kostet bei einer typischen Mittelstandstransaktion einen mittleren fünf- bis sechsstelligen Betrag. Dem gegenüber stehen drei Effekte, die sich bezahlt machen können:
Erstens der Wettbewerb: Wer allein verkauft, verhandelt meist mit dem einen Interessenten, der zufällig angeklopft hat — oder spricht ein, zwei Kandidaten aus dem eigenen Umfeld an. Damit fehlt das Wichtigste für den Preis: die Alternative. Ein strukturierter Prozess bringt mehrere Interessenten gleichzeitig an den Tisch, und erst dieser Wettbewerb führt regelmäßig zu spürbar besseren Konditionen. Zweitens die Fehlervermeidung: Die teuersten Fehler passieren in Verhandlung und Due Diligence — einige davon haben wir in Die 10 teuersten Fehler beim Unternehmensverkauf beschrieben. Drittens Ihre eigene Arbeitszeit: Ein Verkaufsprozess neben dem Tagesgeschäft überfordert die meisten Inhaber — und ein vernachlässigtes Tagesgeschäft drückt genau dann die Zahlen, wenn Käufer am genauesten hinschauen.
Dass das kein Berater-Marketing ist, zeigt auch die Forschung: Eine im Quarterly Journal of Finance veröffentlichte Studie über tausende Verkäufe privater Unternehmen kommt zu dem Ergebnis, dass Verkäufer mit M&A-Berater signifikant höhere Bewertungen erzielen — je nach Transaktion um etwa 6 bis 25 Prozent. Und in einer Befragung von 85 Inhabern, die mit Begleitung verkauft haben, lag der Preis bei 84 Prozent auf oder über der ursprünglichen Erwartung — als wertvollste Leistung nannten sie die Prozessführung, noch vor der Käufersuche.
Wie schnell sich das rechnet, zeigt eine einfache Beispielrechnung:
Beispielrechnung · Unternehmenswert 5 Mio. €
Wie viel muss ein Berater mehr herausholen?
Ohne BegleitungIhr Erlös: 5,00 Mio. €
meist 1–2 Interessenten aus dem eigenen Umfeld — kein Bieterwettbewerb
Gerechnet mit der Beispiel-Staffel von oben (10/8/6/4/2 %): Oberhalb von 4 Mio. € greift nur noch die 2-%-Tranche — von jedem zusätzlichen Euro Kaufpreis bleiben Ihnen 98 Cent. Die Szenarien entsprechen der oben zitierten Studien-Spanne von 6 bis 25 % höheren Bewertungen mit Berater: Schon das untere Ende gleicht das gesamte Honorar aus — alles darüber ist Ihr Plus. Eine Beispielrechnung, kein Versprechen.
Ob sich das in Ihrer Situation rechnet, hängt von Unternehmensgröße, Käuferlandschaft und Komplexität ab. Es gibt Konstellationen, in denen ein voller M&A-Prozess überdimensioniert ist — auch das sollte Ihnen ein seriöser Berater offen sagen.
Diese Fragen sollten Sie jedem Berater stellen
Zum Abschluss eine kurze Checkliste für das Erstgespräch:
Wie setzt sich Ihre Vergütung genau zusammen — Provision, Retainer, Pauschalen?
Wird der Retainer bei Erfolg verrechnet?
Welches Mindesthonorar gilt, und ab welchem Kaufpreis greift die Staffel?
Welche Kosten entstehen, wenn der Verkauf nicht zustande kommt?
Wie lange läuft das Mandat, und wie kann ich kündigen?
Ein Berater, der auf diese Fragen klare, schriftliche Antworten gibt, hat den ersten Vertrauenstest bestanden. Wie wir unsere eigenen Konditionen gestalten, lesen Sie auf unserer Seite zum Unternehmensverkauf mit OCCUNova.
Kurz zusammengefasst
Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.
Wie viel Prozent nimmt ein M&A-Berater?
Im kleineren Mittelstand sind grob 3 bis 7 Prozent des Kaufpreises als Erfolgsprovision üblich, bei sehr kleinen Transaktionen auch bis zu 10 Prozent. Der Satz steigt, je kleiner die Transaktion ist — der Arbeitsaufwand sinkt nun einmal nicht proportional mit der Unternehmensgröße. Verbreitet sind drei Varianten: eine Flat Fee, also ein fester Satz auf den gesamten Kaufpreis; eine Staffel nach dem Vorbild der Lehman-Formel mit höherem Satz auf die erste Million und absteigenden Sätzen darüber; oder eine umgekehrte Staffel mit steigenden Sätzen oberhalb eines Zielpreises. Letztere setzt den Anreiz, eben nicht beim erstbesten Angebot abzuschließen. Dazu kommt fast immer ein Mindesthonorar. Es schützt den Berater bei kleinen Transaktionen davor, unter seinen Kosten zu arbeiten — und zeigt Ihnen früh, ob Ihre Unternehmensgröße überhaupt zu diesem Berater passt.
Was ist ein Retainer beim M&A-Berater?
Ein Retainer ist eine monatliche Pauschale, die während der Zusammenarbeit läuft. Wie hoch sie ausfällt, hängt stark davon ab, wie aufwendig der Fall ist — üblich sind etwa 1.000 bis 10.000 Euro monatlich, im Einzelfall liegt sie darunter oder deutlich darüber. Manche Berater rechnen das Basishonorar einmalig statt laufend ab; auch dann richtet sich die Höhe nach dem Fall. Er deckt die Arbeit ab, die lange vor dem ersten Euro Kaufpreis anfällt: Unterlagen aufbereiten, bewerten, Käufer ansprechen, Gespräche führen — das sind schnell viele Monate. Üblich und fair ist, dass der Retainer bei Erfolg ganz oder teilweise mit der Erfolgsprovision verrechnet wird; fragen Sie das im Erstgespräch konkret ab. Entscheidend ist das Verhältnis der Bausteine zueinander: Der Schwerpunkt der Vergütung sollte klar auf dem Erfolg liegen. Ein Modell, das überwiegend von monatlichen Zahlungen lebt, setzt die falschen Anreize — dann verdient der Berater auch dann ordentlich, wenn am Ende nichts zustande kommt.
Ist ein Berater rein auf Erfolgsbasis nicht am fairsten?
Das klingt zunächst fair, hat aber eine Kehrseite. Ein Verkaufsprozess bedeutet viele Monate Arbeit, bevor der erste Euro fließt: Unterlagen, Bewertung, Käuferansprache, Gespräche. Wer komplett auf Risiko arbeitet, muss deshalb viele Mandate parallel führen — und wird seine Energie dorthin lenken, wo der schnellste Abschluss winkt, nicht unbedingt der beste für Sie. Ein moderater Retainer sorgt dafür, dass Ihr Mandat mit Priorität bearbeitet wird, solange der Schwerpunkt der Vergütung auf der Erfolgsprovision bleibt und der Retainer bei Abschluss verrechnet wird. Umgekehrt gilt genauso: Ein Modell mit hohen laufenden Zahlungen und kleiner Erfolgskomponente ist ungesund. Die Frage ist also weniger, ob es einen Retainer gibt, als wie groß er im Verhältnis zum Erfolgsanteil ausfällt.
Woran erkenne ich unseriöse Honorarmodelle?
Die deutlichsten Warnsignale sind hohe Vorauszahlungen ohne konkrete Gegenleistung, unkündbare Langzeitverträge, versteckte Nebenkosten wie pauschale „Datenbankgebühren“ und Druck, sofort zu unterschreiben. Ein faires Modell erkennen Sie an den umgekehrten Merkmalen: Der Schwerpunkt liegt auf der Erfolgsprovision, Retainer und Pauschalen sind moderat und werden bei Erfolg verrechnet, alle Kosten stehen transparent im Vertrag, und die Laufzeit ist begrenzt und kündbar — das gilt auch für die Exklusivität, also die übliche Zusage, während des Mandats keinen zweiten Berater zu beauftragen. Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben. Ein Berater, der Vergütung, Mindesthonorar und Kündigungsmöglichkeiten klar und schriftlich darlegt, hat den ersten Vertrauenstest bestanden.
Bereit für den nächsten Schritt?
Wenn Sie wissen möchten, was ein strukturierter Verkaufsprozess in Ihrer Situation kosten würde — und was er realistisch bringen kann —, sprechen Sie uns an. Wir legen unsere Konditionen im ersten Gespräch offen auf den Tisch.