Trockenbaubetrieb verkaufen: Was ist Ihr Unternehmen wert?
Im Trockenbau gibt es keine Meisterpflicht. Das vergrößert den Käuferkreis — und senkt zugleich die Hürde für jeden Wettbewerber.
Die kurze Antwort
Kleinere Trockenbaubetriebe bewegen sich häufig bei etwa 3,8- bis 5-mal EBITDA, dem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, liegen innerhalb dieser Spanne aber oft eher unten. Der Grund: Akustik- und Trockenbau steht in keiner Anlage der Handwerksordnung, es gibt also keine Meisterpflicht, die Eintrittshürde ist niedrig und viele Betriebe arbeiten fast ausschließlich als Nachunternehmer für Generalunternehmer. Absetzen können sich Betriebe mit eigenen Direktkunden, einer margenstarken Spezialisierung wie Brandschutz oder Akustik und eigenen Kolonnen.
Der Trockenbau ist unter den Baugewerken ein Sonderfall, und das betrifft ausgerechnet den Punkt, an dem sonst jede Handwerksnachfolge hängt: den Meister.
Akustik- und Trockenbau steht in keiner Anlage der Handwerksordnung. Der Gesetzgeber hat im Jahr 2000 festgestellt, dass das Gewerk aus keinem klassischen Handwerk hervorgegangen ist. Es gibt dort also keine Meisterpflicht — weder für die Gründung noch für die Übergabe.
Das ist für einen Verkauf eine gute Nachricht und ein Problem zugleich. Die gute: Ein Käufer braucht keinen eingetragenen Meister, und der Inhaber ist als Person ersetzbar. Das Problem: Wenn jeder gründen darf, gründet auch jeder. Rund 14.400 Trockenbauunternehmen gibt es in Deutschland, und der Preisdruck ist entsprechend.
Dieser Beitrag beschreibt, was ein Trockenbaubetrieb wert ist und welcher Unterschied in dieser Branche über den Kaufpreis entscheidet.
Nachunternehmer oder Direktauftrag? Das ist die Kernfrage
Trockenbaubetriebe arbeiten in zwei sehr unterschiedlichen Konstellationen, und der wirtschaftliche Abstand dazwischen ist erheblich.
Als Nachunternehmer arbeitet der Betrieb für Generalunternehmer und Bauträger. Der Auftrag kommt regelmäßig, die Akquise ist überschaubar, die Auslastung stimmt. Dafür kalkulieren Generalunternehmer typischerweise mit Nachlässen von 15 bis 20 Prozent, Zahlungsziele von 60 bis 90 Tagen sind üblich, und der Betrieb hängt an wenigen Auftraggebern, die ihn jederzeit austauschen können.
Im Direktauftrag arbeitet der Betrieb für Bauherren, Unternehmen, Hausverwaltungen oder Architekten. Die Akquise ist aufwendiger und die Auslastung schwankt stärker. Dafür bleibt die Marge im Haus, die Zahlungsziele sind kürzer, und die Kundenbeziehung gehört dem Betrieb.
Beide Modelle funktionieren, und die meisten Betriebe mischen. Für den Unternehmenswert ist entscheidend, wie die Mischung aussieht und ob der Inhaber sie überhaupt beziffern kann. Ein Betrieb, der zu 90 Prozent Nachunternehmerleistung erbringt, verkauft im Kern Kapazität — und Kapazität ist das Austauschbarste, was es im Bau gibt.
Wer eher ganze Flächen schlüsselfertig übergibt, findet die passenden Werthebel im Beitrag zum Innenausbau.
Was ist ein Trockenbaubetrieb typischerweise wert?
Kleinere Betriebe aus dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe bewegen sich häufig grob im Bereich von etwa 3,8- bis 5-mal EBITDA. Mit der Unternehmensgröße steigt der Faktor: Unternehmen ab etwa 5 Mio. € Umsatz erreichen häufig das 4,4- bis 5,8-Fache, größere Mittelständler jenseits der 50 Mio. € auch das 5,8- bis 7,2-Fache.
DUB KMU-Multiples · Bauhaupt- & Baunebengewerbe
EBITDA-Multiple nach Umsatz-Größenklasse
4,4x
5,1x
6,5x
bis 5 Mio. € Umsatz: 4,4 mal EBITDA5–50 Mio. €: 5,1 mal EBITDAüber 50 Mio. €: 6,5 mal EBITDA
Mittelwerte der DUB-KMU-Multiples-Spannen (EBITDA) je Umsatz-Größenklasse — Orientierungswerte, keine Bewertung. Je nach Werthebeln wie Inhaberabhängigkeit, Kundenstruktur und zweiter Führungsebene verschiebt sich der individuelle Multiple spürbar nach oben oder unten. Quelle: DUB KMU-Multiples, Stand Q2/2026.
Trockenbaufirmen liegen innerhalb dieser Spanne häufig eher unten, und dafür gibt es einen nachvollziehbaren Grund: Die Eintrittshürde ist niedrig, die Substanz gering und der Direktauftragsanteil oft klein. Betriebe mit eigener Kundenbasis, einer margenstarken Spezialisierung und eigenen Kolonnen können sich davon deutlich absetzen.
1. Auftraggeberstruktur: der wichtigste Hebel überhaupt
Käufer beginnen im Trockenbau immer an derselben Stelle. Sie wollen wissen, wer die Rechnungen bezahlt und wie austauschbar der Betrieb für diese Auftraggeber ist.
Geprüft wird:
Welchen Umsatzanteil haben die drei größten Auftraggeber?
Wie hoch ist der Anteil aus Direktaufträgen gegenüber Nachunternehmerleistung?
Gibt es Rahmenverträge, oder wird jedes Projekt neu vergeben?
Wie lange bestehen die Beziehungen, und wie oft wurde nachverhandelt?
Welche Zahlungsziele gelten tatsächlich, und wie hoch sind die Außenstände?
Wer den Direktauftragsanteil über Jahre ausbaut, verändert die Bewertung seines Betriebs stärker als durch jede andere Maßnahme. Das braucht allerdings Vertrieb, und Vertrieb ist genau das, was viele Trockenbaubetriebe nie aufgebaut haben, weil der Generalunternehmer die Aufträge brachte.
2. Keine Meisterpflicht: was das beim Verkauf bedeutet
In fast jeder Handwerksbranche ist die Frage „Wer trägt den Meistertitel nach der Übergabe?“ ein echtes Hindernis. Im Trockenbau entfällt sie.
Für den Verkauf ist das ein spürbarer Vorteil. Der Käuferkreis ist größer, weil auch branchenfremde Erwerber und Finanzinvestoren übernehmen können, ohne eine Eintragung organisieren zu müssen. Eine Übergangsphase, in der der Verkäufer formal an Bord bleiben muss, ist nicht nötig.
Die Kehrseite gehört in dieselbe Rechnung. Was für den Käufer einfach ist, ist für jeden Wettbewerber ebenso einfach. Ein Trockenbaubetrieb muss seinen Wert deshalb aus Kundenbeziehungen, Qualifikation und Organisation aufbauen. Eine Zulassung, die ihn schützt, gibt es nicht.
3. Kolonnen: eigene Leute oder Subunternehmer
Die zweite große Frage betrifft die Mannschaft. Arbeiten eigene Monteure im Betrieb, oder werden Kolonnen zugekauft?
Eigene Kolonnen bedeuten Qualitätskontrolle, planbare Kapazität und ein Team, das der Käufer mitübernimmt. Sie bedeuten auch Fixkosten, die in auftragsschwachen Monaten drücken. Zugekaufte Kolonnen sind flexibel, aber sie gehören einem anderen, und bei knapper Marktlage arbeiten sie dort, wo besser bezahlt wird.
Käufer sehen sich deshalb an:
Wie viele eigene Monteure gibt es, in welchen Qualifikationen und in welchem Altersmix?
Wie hoch ist die Fluktuation?
Welcher Anteil der Leistung wird an Subunternehmer vergeben?
Sind die Subunternehmer sauber dokumentiert, inklusive Sozialversicherungsnachweisen und Haftung für Mindestlohn und Bauabzugsteuer?
Der letzte Punkt wird unterschätzt. In der Prüfung ist Nachunternehmer-Dokumentation ein Standardthema, und Lücken führen zu Garantien und Einbehalten im Kaufvertrag.
4. Aufmaß und Abrechnung: wo im Trockenbau das Geld liegt
Trockenbau wird überwiegend nach Fläche abgerechnet. Damit entscheidet das Aufmaß über die Marge, und Aufmaßstreit ist in diesem Gewerk Alltag.
Käufer prüfen, ob der Betrieb seine Leistung belegen kann: gemeinsame Aufmaße mit dem Auftraggeber, dokumentierte Abzüge für Öffnungen, sauber angezeigte Nachträge bei geänderter Ausführung. Ein Betrieb, der Vor- und Nachkalkulation je Projekt führt und weiß, welche Objektgrößen tatsächlich Geld verdienen, kann seine Zahlen erklären. Wer das aus Erfahrung macht, ohne es nachzurechnen, zwingt den Käufer zu Sicherheitsabschlägen.
5. Spezialisierung: der Weg aus dem Preiswettbewerb
Standardwände und abgehängte Decken kann jeder. Anspruchsvollere Felder sind dagegen deutlich weniger besetzt und werden besser bezahlt.
Dazu gehören Brandschutz mit geprüften Systemen und dokumentierter Ausführung, Akustik- und Schallschutzlösungen, Reinraum- und Laborausbau, Strahlenschutz sowie denkmalgerechter Innenausbau. Solche Spezialisierungen verlangen Schulung, Nachweise und oft Systempartnerschaften — genau deshalb sind sie ein Werttreiber. Ein Käufer sieht daran, dass der Betrieb mehr verkauft als Stunden.
6. Vorfinanzierung und Einbehalte
Auch im Trockenbau geht der Betrieb in Vorleistung, und die Bedingungen sind hier besonders hart: Nachlässe des Generalunternehmers, Zahlungsziele von 60 bis 90 Tagen und die üblichen Sicherheiten aus dem Bauvertrag.
Nach § 17 VOB/B lassen sich Sicherheiten bis zu 10 Prozent der Auftragssumme vereinbaren; der Gewährleistungseinbehalt liegt meist bei 5 Prozent und läuft über Jahre, ablösbar durch eine Bürgschaft, die wiederum den Bankrahmen belastet. Diese Positionen landen im Working Capital und damit unmittelbar in der Kaufpreisformel. Wie das rechnet, zeigen wir in Working Capital und Kaufpreisanpassung.
Wer den Verkauf vorbereitet, sollte die Summe aller Einbehalte und ihr Fälligkeitsprofil kennen. In der Prüfung kommt sie ohnehin auf den Tisch.
7. Inhaberabhängigkeit: Kalkulation und Baustellensteuerung
Im Trockenbau läuft beim Inhaber zusammen, was den Betrieb ausmacht: Er kalkuliert, er verhandelt mit dem Generalunternehmer, er disponiert die Kolonnen und er klärt die Streitpunkte beim Aufmaß.
Für die Übergabe braucht es einen Bauleiter oder Polier, der eine Baustelle allein führt, eine Kalkulationssystematik außerhalb des Kopfes und mindestens eine zweite Person, die den Auftraggebern bekannt ist. Welche Hebel dabei am meisten bewegen, zeigen wir in Unternehmenswert steigern: 12 Hebel.
8. Wer kauft einen Trockenbaubetrieb?
Der Käuferkreis ist im Trockenbau breiter als in vielen anderen Gewerken, und das liegt an der fehlenden Meisterpflicht.
Ausbau- und Innenausbauunternehmen kaufen zu, um ein Gewerk ins eigene Haus zu holen, das sie bisher vergeben. Für sie zählt vor allem die Mannschaft.
Generalunternehmer und Bauträger integrieren rückwärts, um Termine und Kosten bei einem kritischen Gewerk selbst zu steuern. Ein bisheriger Auftraggeber ist deshalb oft der naheliegendste Käufer — was die Verhandlung allerdings heikel macht, weil er die Zahlen bereits kennt.
Beteiligungsgesellschaften mit Buy-and-Build-Ansatz bündeln Handwerksbetriebe unter einem Dach. Im Ausbau- und Gebäudetechnikumfeld hat eine solche Gruppe zwischen 2022 und 2025 rund 30 Unternehmen zugekauft.
Bauleiter und Poliere als Nachfolger. Weil keine Meisterprüfung verlangt wird, ist der Schritt in die Selbstständigkeit hier besonders naheliegend. Die Hürde ist die Finanzierung, und die hängt an belastbaren Zahlen.
Was Käufer bei einem Trockenbaubetrieb besonders attraktiv finden
Zusammengefasst suchen Käufer vor allem Betriebe mit:
spürbarem Anteil an Direktaufträgen neben der Nachunternehmerleistung
breiter Auftraggeberstruktur ohne dominierenden Einzelkunden
eigenen Kolonnen mit geringer Fluktuation
margenstarker Spezialisierung wie Brandschutz, Akustik oder Reinraum
sauberer Nachunternehmer-Dokumentation
Vor- und Nachkalkulation je Projekt
einem Bauleiter, der eine Baustelle ohne den Inhaber führt
Auf einen Blick
Was den Wert hebt — und wo Abschläge drohen
Hebt den Wert
Spürbarer Anteil an Direktaufträgen
Eigene Kolonnen mit geringer Fluktuation
Spezialisierung wie Brandschutz oder Akustik
Saubere Nachunternehmer-Dokumentation
Bauleiter führt die Baustelle ohne den Inhaber
Drückt den Preis
Fast ausschließlich Nachunternehmer für wenige GU
Leistung vollständig an Subunternehmer vergeben
Nur Standardwände, keine margenstarke Nische
Aufmaß und Nachträge nicht belegbar
Hohe Außenstände bei langen Zahlungszielen
Fazit: Der Wert entsteht aus dem, was nicht jeder hat
Im Trockenbau lässt sich fast alles kopieren: Das Material ist überall gleich, die Technik ist erlernbar, und eine Zulassung braucht niemand. Genau deshalb entsteht der Unternehmenswert aus den wenigen Dingen, die sich nicht kopieren lassen — eigene Kunden, eigene Leute und ein Feld, in dem der Betrieb mehr kann als der Wettbewerber nebenan.
Wer zwei bis fünf Jahre Vorlauf einplant, kann daran arbeiten. Der Direktauftragsanteil lässt sich ausbauen, eine Spezialisierung lässt sich aufbauen und dokumentieren, ein Bauleiter lässt sich entwickeln. Wie sich diese Schritte über die Zeit zusammenfügen, zeigt unser 10-Jahres-Fahrplan.
Mehr über unsere Arbeit mit Handwerks- und Baubetrieben lesen Sie auf der Branchenseite Handwerk.
Wie würde ein Käufer heute auf Ihr Unternehmen schauen?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir in 45 bis 60 Minuten aus Käufersicht auf Ihr Unternehmen — entlang dieser sechs Dimensionen. Auch wenn ein Verkauf erst in fünf oder zehn Jahren ansteht: Vieles, was den Wert ausmacht, braucht Jahre und lässt sich später nicht nachholen.
Kein Verkaufsgespräch, keine Unterlagen nötig, niemand erfährt davon. Sie sprechen mit Marlon oder André Neumann — oder rufen direkt an: 030 75439752
Kurz zusammengefasst
Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.
Was ist ein Trockenbaubetrieb wert?
Kleinere Betriebe aus dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe bewegen sich häufig grob im Bereich von etwa 3,8- bis 5-mal EBITDA, also dem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Ab etwa 5 Mio. € Umsatz sind häufig 4,4 bis 5,8 erreichbar, jenseits von 50 Mio. € auch 5,8 bis 7,2. Trockenbaufirmen liegen innerhalb dieser Spanne allerdings häufig eher unten, und dafür gibt es nachvollziehbare Gründe: Die Eintrittshürde ist niedrig, weil keine Meisterpflicht besteht, die Substanz ist gering, und viele Betriebe arbeiten fast ausschließlich als Nachunternehmer für Generalunternehmer. Absetzen können sich Betriebe mit eigener Kundenbasis, einer margenstarken Spezialisierung wie Brandschutz oder Akustik und eigenen Kolonnen mit geringer Fluktuation.
Braucht man für einen Trockenbaubetrieb einen Meister?
Nein. Akustik- und Trockenbau steht in keiner Anlage der Handwerksordnung — der Gesetzgeber hat im Jahr 2000 festgestellt, dass das Gewerk aus keinem klassischen Handwerk hervorgegangen ist. Solange sich der Betrieb auf Trocken- und Akustikbau beschränkt, gibt es keine Meisterpflicht, weder für die Gründung noch für die Übergabe. Beim Verkauf ist das ein spürbarer Vorteil: Der Käuferkreis ist größer, weil auch branchenfremde Erwerber und Finanzinvestoren übernehmen können, ohne eine Eintragung in die Handwerksrolle organisieren zu müssen, und es braucht keine Übergangsphase, in der der Verkäufer formal an Bord bleibt. Die Kehrseite gehört in dieselbe Rechnung: Was für den Käufer einfach ist, ist für jeden Wettbewerber ebenso einfach. Der Wert eines Trockenbaubetriebs muss deshalb aus Kundenbeziehungen, Qualifikation und Organisation kommen; eine schützende Zulassung gibt es nicht.
Warum ist der Anteil an Direktaufträgen so wichtig?
Weil er über Marge und Austauschbarkeit entscheidet. Als Nachunternehmer für Generalunternehmer und Bauträger kommt der Auftrag regelmäßig und die Akquise ist überschaubar. Dafür kalkulieren Generalunternehmer typischerweise mit Nachlässen von 15 bis 20 Prozent, Zahlungsziele von 60 bis 90 Tagen sind üblich, und der Betrieb hängt an wenigen Auftraggebern, die ihn jederzeit austauschen können. Im Direktauftrag für Bauherren, Unternehmen, Hausverwaltungen oder Architekten ist die Akquise aufwendiger und die Auslastung schwankt stärker, dafür bleibt die Marge im Haus und die Kundenbeziehung gehört dem Betrieb. Ein Betrieb, der zu 90 Prozent Nachunternehmerleistung erbringt, verkauft im Kern Kapazität — und Kapazität ist das Austauschbarste, was es im Bau gibt. Wer den Direktauftragsanteil über Jahre ausbaut, verändert die Bewertung stärker als durch jede andere Maßnahme.
Wer kauft einen Trockenbaubetrieb?
Der Käuferkreis ist hier breiter als in vielen anderen Gewerken, gerade weil keine Meisterpflicht besteht. Ausbau- und Innenausbauunternehmen kaufen zu, um ein Gewerk ins eigene Haus zu holen, das sie bisher vergeben; für sie zählt vor allem die Mannschaft. Generalunternehmer und Bauträger integrieren rückwärts, um Termine und Kosten bei einem kritischen Gewerk selbst zu steuern — ein bisheriger Auftraggeber ist deshalb oft der naheliegendste Käufer, was die Verhandlung allerdings heikel macht, weil er die Zahlen bereits kennt. Beteiligungsgesellschaften mit Buy-and-Build-Ansatz bündeln Handwerksbetriebe unter einem Dach; im Ausbau- und Gebäudetechnikumfeld hat eine solche Gruppe zwischen 2022 und 2025 rund 30 Unternehmen zugekauft. Und Bauleiter oder Poliere übernehmen selbst, weil der Schritt ohne Meisterprüfung naheliegt; ihre Hürde ist die Finanzierung, und die hängt an belastbaren Zahlen.